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Gelenk- und Muskelschmerzen in den Wechseljahren:
Was steckt dahinter?

Viele Frauen kennen Hitzewallungen und Stimmungsschwankungen als typische Wechseljahresbeschwerden. Viele wissen jedoch nicht, dass die Wechseljahre auch Gelenke und Muskeln belasten können. Dabei zählen Schmerzen am Bewegungsapparat zu den häufigsten Symptomen in dieser Lebensphase.

Wie fühlen sich Beschwerden in den Wechseljahren an?

Die Wechseljahre sind eine hormonelle Übergangsphase, die den gesamten Körper betrifft. Viele Frauen kennen die bekannteren Beschwerden: Hitzewallungen, Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen und Trockenheit der Schleimhäute. Was seltener damit in Verbindung gebracht wird, sind Schmerzen an Gelenken und Muskeln.

Dabei zeigen sich die Symptome sehr unterschiedlich:

  • Morgens sind die Fingergelenke steif und schmerzen.
  • Der Rücken zieht ohne erkennbaren Auslöser.
  • Beim Treppensteigen tun die Knie weh.
  • Oder Ihre Muskeln fühlen sich an wie nach einem anstrengenden Sporttag, obwohl Sie gar keinen Sport gemacht haben.

Wer den Zusammenhang noch nicht kennt, ist damit nicht allein. Die breite Öffentlichkeit weiß noch wenig darüber, und auch Ärzte übersehen es häufig.

Die Phasen der Wechseljahre verstehen

Die Wechseljahre verlaufen nicht in einem einzigen Schritt, sondern in mehreren Phasen. Die Prämenopause bezeichnet die Zeit davor, in der die Eierstockfunktion noch normal verläuft und der Zyklus regelmäßig ist.

Die Perimenopause ist die anschließende Übergangszeit, in der die Eierstockfunktion langsam nachlässt und der Zyklus unregelmäßiger wird.1 Sie kann bereits einige Jahre vor der letzten Regelblutung beginnen.

Die Menopause selbst ist ein einzelner Zeitpunkt: die letzte Regelblutung im Leben einer Frau, die rückwirkend erst nach zwölf Monaten ohne Periode bestätigt wird.1, 2 Alles, was danach folgt, wird als Postmenopause bezeichnet.1 Im Alltag werden diese Begriffe oft synonym verwendet und unter dem Sammelbegriff Wechseljahre zusammengefasst.

Welche Gelenke und Schmerzpunkte sind anfällig?

Gelenk- und Muskelschmerzen in den Wechseljahren können den ganzen Körper betreffen. Es gibt jedoch Stellen, die besonders häufig betroffen sind:

  • Knie: besonders beim Beugen, Treppensteigen oder nach längerem Sitzen
  • Hüfte: oft als tiefes Ziehen oder Steifheitsgefühl, vor allem morgens
  • Fingergelenke: wirken häufig geschwollen, steif beim Aufwachen
  • Schultern und Nacken: Verspannungen und eingeschränkte Beweglichkeit
  • Rücken: sowohl im oberen als auch im unteren Bereich

Ein häufiges Symptom ist die Morgensteifigkeit: Gelenke und Muskeln fühlen sich nach dem Aufwachen fest und schmerzhaft an, lockern sich aber im Laufe des Tages auf. Auch wandernde Schmerzen, die von Gelenk zu Gelenk wechseln, sind typisch für diese Lebensphase.

Wechseljahre als Schmerzursache: Warum bleibt sie oft unerkannt?

Schmerzen während der Menopause sind ein Aspekt, der in der Praxis häufig übersehen und unzureichend behandelt wird.3 Oft manifestieren sich die Beschwerden als beginnende Arthrose oder Gelenkverschleiß, da der abfallende Östrogenspiegel den Knorpelabbau direkt begünstigt.2, 3 Der ursächliche hormonelle Hintergrund bleibt bei der Diagnose dieser Schmerzen jedoch häufig unberücksichtigt.3

Wer nicht weiß, dass die Wechseljahre für die Schmerzen verantwortlich sein können, sucht möglicherweise jahrelang nach einer anderen Ursache. Eine gynäkologische Abklärung kann klären, ob ein hormoneller Zusammenhang vorliegt, und den Weg zu gezielteren Behandlungsansätzen öffnen. Wenn Sie vermuten, dass Ihre Schmerzen mit den Wechseljahren zusammenhängen, sprechen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt gezielt darauf an.

Wie stellt die Ärztin oder der Arzt fest, ob ich in den Wechseljahren bin?

Wenn die Eierstockfunktion nachlässt, sinkt der Östrogenspiegel drastisch ab.2 Da dem Gehirn das gewohnte Hormonsignal fehlt, schüttet die Hirnanhangdrüse als Reaktion zunehmend das follikelstimulierende Hormon (FSH) aus – ein Versuch des Körpers, die Eierstöcke wieder anzukurbeln.2

Gemäß Leitlinienempfehlungen können die verschiedenen Phasen des menopausalen Übergangs aufgrund klinischer Kriterien diagnostiziert werden. Für die Perimenopause sind dies unregelmäßige Blutungen.1,2

Frauen, die mindestens ein Jahr lang keine Blutung hatten und keine Eingriffe oder hormonelle Verhütungsmittel hatten, welche das Ausbleiben der Blutung verursachen könnten, werden in die Phase der Postmenopause eingeordnet.1,2

Hormonbestimmungen sind in der Regel bei Frauen bis zum 45. Lebensjahr nicht erforderlich. Bei Frauen ab 45 Jahren kann ein dauerhaft erhöhter FSH-Wert über 25 U/L in Kombination mit deutlich verlängerten Menstruationszyklen ein Hinweis auf den Eintritt in die Wechseljahre sein.1,2

Wie wirkt sich ein Östrogenmangel auf die Muskeln und Gelenke aus?

Östrogen schützt im weiblichen Körper den Bewegungsapparat: Es wirkt entzündungshemmend, unterstützt die Knorpelgesundheit und fördert einen gesunden Stoffwechsel in Sehnen, Bändern und Muskelgewebe.2, 3 Sinkt der Spiegel, fällt dieser Schutz weg und wirkt sich auf die Muskeln und Gelenke aus.

Welche Folgen auf Muskeln und Gelenke hat ein sinkender Östrogenspiegel?

Der Östrogenspiegel pendelt sich in der Postmenopause, nach der letzten Regelblutung, dauerhaft auf einem niedrigen Niveau ein. Ohne ausreichend Östrogen kann der Körper Entzündungsbotenstoffe weniger effektiv regulieren. Das kann Entzündungsprozesse im Gelenkgewebe begünstigen.2 Sehnen und Bänder verlieren an Elastizität, was die Anfälligkeit für Gelenksteifigkeit und Verspannungen erhöhen kann.3 Und schließlich beschleunigt sich nach der Menopause der Verlust von Muskelmasse und Muskelkraft, wenn keine Gegenmaßnahmen ergriffen werden.2, 3 Das Ergebnis: Das Risiko für Muskel- und Gelenkschmerzen steigt in der Postmenopause deutlich an.3

Ab der Perimenopause fällt der Östrogenspiegel ab und pendelt sich nach der letzten Regelblutung auf einem niedrigen Niveau ein. Grafik nach Randolph et al. 2011.

Der Verlauf des Östrogenspiegels in den Phasen der Menopause

Das Diagramm zeigt den natürlichen Verlauf des Östrogenspiegels über die verschiedenen Phasen der Wechseljahre. In der Prämenopause, also der fruchtbaren Phase vor dem Übergang, ist der Spiegel noch relativ stabil. Mit Beginn der Perimenopause beginnt der Östrogenspiegel allmählich zu sinken. Als hormonelle Gegenreaktion schüttet das Gehirn zunehmend FSH aus.

Die Perimenopause bemerken viele Frauen zuerst durch unregelmäßiger werdende Zyklen. Mehr als die Hälfte der Frauen berichtet in dieser Phase auch von Muskel- oder Gelenkschmerzen. Das zeigt eine große Übersichtsarbeit, die 37 Studien mit über 93.000 Frauen ausgewertet hat. Die Studien deuten darauf hin, dass Frauen in der Perimenopause im Vergleich zu prämenopausalen Frauen ein erhöhtes Risiko für Muskel- und Gelenkschmerzen aufweisen.3

Wie lange halten die Schmerzen an?

Die Beschwerden sind keine vorübergehende Erscheinung, die nach wenigen Wochen verschwindet. Sie können bereits vor der letzten Menstruation beginnen und in einigen Fällen noch Jahre danach anhalten.3 Das bedeutet nicht, dass keine Verbesserung möglich ist. Es unterstreicht aber, warum aktives Gegensteuern wichtig ist.

Was hilft bei Gelenk- und Muskelschmerzen in den Wechseljahren?

Es gibt keine Einzelmaßnahme, die die Schmerzen einfach abschaltet. Was gut belegt ist: Ein Zusammenspiel aus Bewegung, Ernährung, Entspannung und gezielter Schmerzlinderung kann die Beschwerden in vielen Fällen deutlich verbessern.

Warum ist Bewegung bei Schmerzen in den Wechseljahren so wirksam?

Gerade bei Schmerzen erscheint Bewegung häufig besonders unangenehm. Und dennoch ist sie eine der wirksamsten Maßnahmen. Regelmäßiges körperliches Krafttraining kann Entzündungsmarker senken, die Muskulatur stärken und die Gelenkstabilität verbessern.2

Gut wirksam sind verschiedene Bewegungsformen in Kombination:

  • Ausdauertraining wie Nordic Walking, Radfahren oder Schwimmen steigert die Östrogenproduktion und kann Kniearthroseschmerzen und damit verbundene Funktionsstörungen deutlich lindern.2
  • Krafttraining baut gezielt Muskulatur auf, die die Gelenke entlastet. Es kann eine entzündungshemmende Wirkung haben sowie den Hormonspiegel und die Körperzusammensetzung positiv beeinflussen.2
  • Wer bisher wenig Sport gemacht hat, muss nicht gleich ins Fitnessstudio. Schon regelmäßige gezielte Übungen für einzelne Gelenke können einen Unterschied machen.
  • Auch sanfte Bewegungsformen wie Yoga oder Tai Chi lindern Schmerzen und verbessern die Beweglichkeit. Sie steigern zudem das allgemeine Wohlbefinden.2

Schnelle Linderung: Wärme und Kälte gezielt einsetzen

Bei akuten Schmerzen können Wärme oder Kälte gezielt zur Linderung eingesetzt werden. Wärme eignet sich besonders bei Verspannungen und chronischen Muskelschmerzen. Sie fördert die Durchblutung, entspannt verkrampfte Muskeln und kann die Schmerzweiterleitung hemmen. doc® Therma spendet acht bis zwölf Stunden anhaltende Tiefenwärme, direkt auf der Haut an der schmerzenden Stelle.

Kälte kann bei akuten Entzündungsschüben sinnvoll sein, zum Beispiel wenn ein Gelenk geschwollen und überwärmt ist. Sie wirkt abschwellend und kann die Schmerzempfindlichkeit kurzfristig reduzieren. Sprechen Sie im Zweifel mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, welche Anwendung für Ihre Beschwerden besser geeignet ist.

Entspannung als Teil des Schmerzmanagements

In den Wechseljahren können psychische Belastungen aufgrund von Emotionen wie Angst und Depression die Schmerzwahrnehmung beeinflussen.2 Gezielte Entspannungstechniken wie zum Beispiel progressive Muskelentspannung oder Atemübungen können helfen. Sanfte Bewegungsformen wie Yoga oder Tai Chi haben dabei den zusätzlichen Vorteil, Entspannung und körperliche Aktivität zu verbinden.

Lokale Schmerzlinderung: Schmerzmittel gezielt einsetzen

In manchen Situationen sind die Schmerzen so stark, dass eine medikamentöse Unterstützung sinnvoll sein kann. Entzündungshemmende Schmerzmittel wie Ibuprofen können dabei helfen, akute Beschwerden zu lindern und die Beweglichkeit kurzfristig zu verbessern. doc® Ibuprofen Schmerzgel wird äußerlich direkt an der schmerzenden Stelle angewendet, wo der Wirkstoff tief in das Gewebe eindringt. So kann es Schmerzen direkt am Schmerzpunkt lindern.

Es lindert Gelenk- und Muskelschmerzen auch in den Wechseljahren, behandelt jedoch nicht die hormonellen Ursachen. Schmerzmittel sind kein dauerhafter Ersatz für eine ärztliche Abklärung. Wenn Ihre Schmerzen anhalten oder stärker werden, suchen Sie bitte eine Ärztin oder einen Arzt auf.

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Quellen:

1) Peri- and Postmenopause - Diagnosis and Interventions. Guideline of the DGGG, SGGG and OEGGG (S3 Level, AWMF Registry No. 015-062, January 2020). https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/015-062 (Letzter Zugriff: 06.08.2026)
2) Zhao H, Yu F, Wu W. The Mechanism by Which Estrogen Level Affects Knee Osteoarthritis Pain in Perimenopause and Non-Pharmacological Measures. Int J Mol Sci. 2025 Mar 7;26(6):2391. doi: 10.3390/ijms26062391. PMID: 40141035; PMCID: PMC11942494.
3) Kruse C, McKechnie T, Dworsky-Fried J, Sardar A, Hacker G, Rattansi S, Fang E, Sprague S, Shea AK, Bhandari M. Musculoskeletal Manifestations of Perimenopause: A Systematic Review and Meta-Analysis of 93,021 Women. JB JS Open Access. 2026 Jan 13;11(1):e25.00254. doi: 10.2106/JBJS.OA.25.00254. PMID: 41523660; PMCID: PMC12784006.
4) Randolph, J. F., Jr, Zheng, H., Sowers, M. R., Crandall, C., Crawford, S., Gold, E. B., & Vuga, M. (2011). Change in follicle-stimulating hormone and estradiol across the menopausal transition: effect of age at the final menstrual period. The Journal of clinical endocrinology and metabolism, 96(3), 746–754. https://doi.org/10.1210/jc.2010-1746